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  • verena

Schritte zum Hobbyfotografen - Teil 2

Wenn du Teil 1 gelesen hast und die ersten Schritte in das Hobby Fotografie gemacht hast, warst du nun schon einige Zeit mit der Kamera unterwegs. Du hast die ersten Bilder gemacht, dich mit den Kameraeinstellungen vertraut gemacht, hast ein wenig experimentiert. Ich hoffe, du hattest erste Erfolgserlebnisse, vielleicht bist du aber auch ein wenig enttäuscht: du hast eine tolle Kamera gekauft, weißt mit ihr umzugehen und hast durchwegs tolle Motive fotografiert, aber die Bilder sehen noch immer nicht so aus, wie du dir das vorstellst.

Die gute Nachricht: das ist ganz normal. Erst bei der Bildbearbeitung holt man alles aus dem Bild raus, was möglich ist. Kommen wir also zum nächsten Schritt:


5. Bildbearbeitung

Im Gegensatz zur klassischen Handyfotografie fotografierst du nun ja - hoffentlich - im RAW-Modus. Das ist das Rohdatenformat in der Fotografie. So ein RAW Bild enthält alle Informationen, die der Bildsensor aufgenommen hat.


Wenn du im JPEG-Modus fotografierst, "interpretiert" die Kamera dein Bild bereits und löscht alle weiteren Informationen, die sie für die Interpretation des Bildes nicht benötigt. Dabei gehen viele Informationen verloren - es entstehen aber bei guten Lichtverhältnissen solide, nette aber auch wenig spektakuläre Bilder (woher sollte die Kamera auch wissen, was du mit deinem Bild aussagen wolltest?). Für Laien mag das ausreichend sein, dafür hast du aber nicht in deine tolle Kamera investiert. Als Hobbyfotograf möchte man irgendwann mehr aus seinen Bildern rausholen, und dann kommt man um das Fotografieren im RAW-Modus und die anschließende Nachbearbeitung nicht mehr herum.


Die erste Frage die du dir stellen wirst: mit welchem Programm bearbeite ich meine Bilder nach? Ich selbst arbeite mit Lightroom und Photoshop. Lightroom für's Grobe, ist aber gröber was zu Retuschieren (z.B. falls gewünscht (!) bei Neugeborenenshootings die Akne der Babies, bei Babybauchshootings Schwangerschaftsstreifen...) ist Photoshop dafür genial. Der Nachteil für Hobbyfotografen: Adobe bietet Lightroom und Photoshop nur noch im Abo an. Für den Hobbyfotografen tut es erstmal wohl auch eine Freeware, allen voran die kostenlos mitgelieferten Programme der Kamerahersteller (bei Sony z.B. CaptureOne Express). Auch für die weiterführende Bildbearbeitung und -retusche gibt es Freeware, das wohl bekannteste Programm davon ist Gimp. Die Software ist sehr übersichtlich und es sind online schon viele Tutorials dafür vorhanden.

Egal in welchen Bildbearbeitungsprogramm lädst du dann deine RAW Dateien erstmal hoch, bearbeitest sie ausführlich und exportierst sie dann als JPEGs. Die Bearbeitung kann von einfachem "drüberlegen" bestimmter Presets reichen (Presets sind grob gesagt Farbfilter, die ihr auf eure Bilder anwenden könnt) bis hin zum aufwendigeren Nachbearbeiten von Bildausschnitten, Hautunreinheiten usw. Hier auf jeden dieser Punkte einzeln einzugehen würde den Rahmen sprengen (vielleicht gibt's mal einen eigenen Blogbeitrag dazu), aber habt ihr mal ein Bild in eines der Programme geladen, könnt ihr euch da sehr gut einfach mal durchprobieren und ein wenig damit spielen. Das RAW Bild im Hintergrund wird dadurch nämlich nicht verändert.


In diesem Beitrag seht ihr zwei Beispiele für ein unbearbeitetes (oben) Bild und zum Vergleich das gleiche Bild bearbeitet (unten). Daran sieht man sehr gut, dass allein durch die sorgfältige Bearbeitung ein ganz anderer Bildausdruck entstehen kann.


Wichtig allerdings: aus einem technisch schlecht fotografierten Bild kann das beste Bildbearbeitungsprogramm kein schönes Foto machen, tut mir leid ;-). Und auch hier gilt: Übung macht den Meister und kann richtig Spaß machen! Legt los!




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